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Mittwoch, 11. Oktober 2017, 11:59

Oktober bis Ostern Winterreifen

Hallo zusammen.
Gemäß dem obigen Spruch habe ich heute meine Winterreifen aufgezogen.
Die Werkstatt hat in alle Reifen 2,6 bar eingefüllt. Das erscheint mir doch recht viel. Die Jungs dort meinten allerdings, dass das für Winterreifen genau richtig wäre. Dennoch bin ich ein wenig unsicher.
Allerdings muss ich gestehen, dass die Winterreifen komfortabler abrollen als meine Sommerreifen. Was mich schon einigermaßen erstaunt. Darüber habe ich aber schon voriges Jahr geschrieben.
Wünsche uns allen eine rutschfreie Wintersaison.

Gruß
Bonner

Rockbit

Erleuchteter

Beiträge: 4 694

Wohnort: Saarbrücken

Beruf: Ing.

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2

Mittwoch, 11. Oktober 2017, 12:31

Den Grund für einen im Winter empfohlenen höheren Luftdruck gab dieser Tage unser Regionalfernsehen.
"Im Winter ist das Volumen wegen der tieferen Temperatur geringer", teilte man mit.
Leider fehlt mir die Zeit, das mal etwas physikalisch aufzubereiten - aber gefühlsmäßig scheint mir dieses Argument Nonsens zu sein.

Dass angeblich Winterreifen ca. 0,2 bar mehr Luftdruck erhalten sollen, habe ich auch schon gehört.
Interessiert mich nicht, da meine Reifen generell um 0,3 bis 0,6 bar höher befüllt werden.
Höherer Luftdruck ist für alles gut - außer für den Komfort.

Auch meine Wintereifen rollen komfortabler ab wie die Sommereifen (beides Michelin). Zudem lenken die direkter ein, warum auch immer.
Immer noch hier!!:thumbsup: . . .

3

Donnerstag, 12. Oktober 2017, 06:59

Leider fehlt mir die Zeit, das mal etwas physikalisch aufzubereiten - aber gefühlsmäßig scheint mir dieses Argument Nonsens zu sein.

Ausgerechnet habe ich es auch nicht, aber es ist noch interessant, wie sich der Druck bei Betrieb ändert. Hab ja die Drucküberwachung mit 4 Sensoren in den Rädern und schaue öfters mal, was sich in den Reifen so tut. Die Sommerreifen pumpe ich i.d.R. mit 2.6 bei kaltem FZ und Umgebungstemperaturen von vlt. 20°C in meiner Garage. Die Sensoren zeigen dann auch relativ genau diese 2.6 Bar an. Wie gut die Sensoren temperaturkompensiert sind (falls überhaupt), weiss ich allerdings nicht.

Bereits nach wenigen Km beginnt der Druck dann zu klettern, machmal bloss auf 2.7, oft aber auch auf 2.8 und an besonders heissen Tagen, oder bei/nach einer schnelleren Autobahnfahrt in D :P, können aus den 2.6 auch mal 2.9 oder gar 3.0-3.1 werden. Steht das FZ draussen, kann die "sonnenbeschienene" Seite auch bereits im Stillstand zu 0.1 Bar Abweichung führen, bis man wieder einige Km gefahren ist und alle 4 Räder in etwa die gleichen Werte anzeigen.

Wie sich das nun Im Winter verhält (speziell bei tiefen Minustemperaturen), da hab ich bisher zu wenig draufgeschaut. Mir wäre bis jetzt nicht speziell aufgefallen, dass ich plötzlich deutlich tieferen Reifendruck gehabt hätte. Aber der So-Wi Übergang geschieht ja auch eher schleichend, nicht "instant" und wenn ich irgenwann mal im November vor dem ersten Schnee hektisch die Winterräder draufmache und diesen wieder 2.6 Bar verpasse, hab ich auch keine 20°C mehr in meiner Garage, eher um die 5-7°C, also hab ich bereits "automatisch" kompensiert und muss nicht nochmals extra 0.2 dazugeben. Aber vlt. erzähle ich auch bloss Mist, die Kaffeemaschine streikt nämlich heute Morgen wieder Mal :cursing:, ich leide unter akutem Koffeinentzug und meine alternden Gehirnwindungen sind noch nicht betriebswarm :sleeping:.
Gruss Cirrus

4

Donnerstag, 12. Oktober 2017, 13:29

Meine Erfahrung mit 18" Sommerreifen sind erst einmal 2.4 Bar als (mein) Optimum als Alleinfahrer ohne Zuladung bei 18" Michelin - rundum.

Ich hatte einiges probiert. 2.6 führte im Sommer hinten zu mittig viel stärker abgefahrenen Reifen, 2.2 war etwas schwammig im handling. Der leichte Trend des stärkeren Innenseitenverschleisses vorn, habe ich durch häufigeres tauschen vorn/hinten in den Griff bekommen.

Im Winter fahre ich Standard-17" mit 2.2-2.4. (2.2 Stadt).

Die Druckänderungen während der Fahrt sind von den Herstellern natürlich bedacht worden, darum braucht man sich keine Gedanken zu machen. Im Winter ist es aber sinnvoll, den Solldruck bei typischen Temperaturen (5grad) einzustellen, da pro 10grad etwa 0.1 Bar Änderung erfolgt (wenn man bei 20grad 2.4 aufbläst, sind bei 0grad nur noch 2.2 drin). Allerdings erwärmt sich der schlaffere Reifen auch schneller und stabilisiert sich somit.

Man kann dafür die Formel der adiabatischen Zustandsgleichung heranziehen.

p*V=m*R*(T-To), V,mR sind Konstanten, d.h. der Druck p aendert sich mit T. To ist die Temperatur beim befuellen, also typischerweise 20grad. - klar, V, das Volumen des Reifens ändert sich auch leicht, aber es interessiert ja nur der Bereich ab 2.0 Bar aufwärts und da haben 2-3% Volumenänderung keinen Einfluss für die Abschätzung der Druckänderung.

5

Freitag, 13. Oktober 2017, 13:27


Ich hatte einiges probiert. 2.6 führte im Sommer hinten zu mittig viel stärker abgefahrenen Reifen, 2.2 war etwas schwammig im handling. Der leichte Trend des stärkeren Innenseitenverschleisses vorn, habe ich durch häufigeres tauschen vorn/hinten in den Griff bekommen.


Der Wechsel von vorne nach hinten geht bei mir nicht wegen der unterschiedlichen Größe vorne und hinten.

Zitat: Man kann dafür die Formel der adiabatischen Zustandsgleichung heranziehen

Kann man,(ich aber nicht) muss man aber nicht. Soo genau wollte ich es dann doch nicht wissen. :D

Gruß Bonner

6

Mittwoch, 18. Oktober 2017, 08:41

Ha, endlich kann ich auch mal was beisteuern! :)

Das ideale Gasgesetz lautet: pV = nRT

mit p = Druck, V = Volumen, n = Stoffmenge, R = Gaskonstante, T = Temperatur.

Wenn der Druck p = nRT/V konstant bleibt, ist bei tieferer Temperatur das Volumen, welches das Gas einnimmt, geringer. Das stimmt in der Tat.

Aber: Man erhält ein konstantes Eigenvolumen des Gases (= Füllvolumen des Reifens bei konstantem äußeren Druck), also V = nRT/p = const., bei sinkender Temperatur ganz offensichtlich nicht mit einem höheren Druck p. Statt dessen benötigt man eine größere Luftmenge n, um dasselbe Volumen bei gleichem Außendruck (= Luftdruck + Dehnungskräfte des Reifens) zu füllen.

Was ändert sich aber noch mit der Temperatur? Der Reifen. Darüber weiß ich aber keine Details. Sofern der Winterreifen (unter Betriebsbedingungen) rigider oder seine Luftkammer kleiner ist als beim Sommerreifen, wird man zu seiner Dehnung einen höheren Fülldruck brauchen, um das gleiche Volumen zu erzielen.

Fazit: So lange sich das Reifenmaterial nicht ändert, muss man bei Kälte Luft bis zum Erreichen des normalen Reifendrucks nachfüllen und hat dann auch ein konstantes Reifenvolumen (Luftdruckschwankungen unberücksichtigt).

P.S.: Für jene, die es genauer wissen wollen: Das Gasgemisch "Luft" ist kein ideales Gas. Im betrachteten Druck und Temperaturbereich sind die Abweichungen aber irrelevant. :roll:

P.P.S.: Warum sollte eigentlich ein gleiches Volumen angestrebt werden? Der höhere Druck macht auf jeden Fall den Reifen härter. Dadurch vermindern sich Reifenauflagefläche und Komfort. ?(
Nicht mehr CLS-Fahrer

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